Rebjahr 2021

Im Winter hatten wir regelmässig Niederschläge und manchmal auch etwas Schneefall, welche die Wasservorräte des Bodens komplett auffüllen konnten. Der Februar war von den Temperaturen her aussergewöhnlich mild, was trotz des späten Rebschnitts zu einem frühen Austrieb führte. Dieser setzte beim Sangiovese in der Maremma und in den sonnigsten Lagen des Chianti Classicos schon in der zweiten Märzhälfte ein.

Ein abrupter Temperatursturz in der Nacht vom 8. auf den 9. April, der in einigen Gebieten sogar bis zu -7°C erreichte, ließ befürchten, dass ein großer Teil der Produktion durch Frost an den Knospen verloren gehen würde. Dank Feuern am Rande der Weinberge und der Behandlung der Weinberge mit Algen sowie einer gehörigen Portion Glück hielten sich die Schäden in Grenzen.

Der Mai war eher kühl und regnerisch, vor allem im Chianti, und unter diesen Bedingungen mussten wir sehr auf die Entwicklung der wichtigsten Pilzkrankheiten wie Falscher und Echter Mehltau achten. Diese sind vor allem während der Blüte- und Fruchtansatzphase der Trauben besonders gefährlich und können grosse quantitative und qualitative Schäden verursachen. Dank unserer modernen Krankheitsüberwachungssysteme und Entscheidungshilfesysteme (DSS) waren wir in der Lage, die Krankheiten schon im Ansatz zu kontrollieren und gleichzeitig den Einsatz von Kupfer und Schwefel weiter zu vermindern.

Zu Beginn des Sommers war es heiß mit wenig Niederschlag und die Entwicklung der Reben verlief ohne nennenswerte Probleme. In der ersten Augustwoche stiegen die Temperaturen nochmals deutlich an. Zehn aufeinanderfolgende Hitzetage gekoppelt mit einem stetig heißen Wind setzten der Natur deutlich zu. Dank ihres relativ hohen Durchschnittsalters waren unserer Weinstöcke aber in der Lage, das Laub und die Trauben perfekt zu erhalten. Etwas Regen begleitet von einem Temperaturrückgang brachte die Natur wieder ins Lot.

Ab Ende August begann eine Periode mit aussergewöhnlich hohen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Während die Tage bis anfangs Oktober sommerliche Temperaturen aufwiesen, waren die Nächte bereits sehr frisch. Diese Schwankungen boten den Rebstöcken die nötige Ruhephase in der Nacht, um die perfekte Reifung der Trauben zu erreichen.

Brancaia Team

Die Weinlese begann in der Maremma am 18. August mit dem Merlot für unseren Rosé und im Chianti anfangs September mit dem Sauvignon Blanc. In der zweiten und dritten Septemberwoche wurde im Chianti der Merlot geerntet, zeitgleich in der Maremma der Sangiovese. Ende September ernteten wir dann den Sangiovese im Chianti und den Cabernet und Petite Verdot in der Maremma. Am 1. Oktober beendeten wir unsere Ernte im Chianti Classico mit dem Cabernet Sauvignon und in der Maremma mit dem Petit Verdot.

Wir blicken mit grosser Zufriedenheit auf ein turbulentes Jahr zurück, welches die Natur und uns stark gefordert hat. Dank dem absolut perfekten Spätsommer und Herbst konnten wir jede einzelne Lage zum perfekten Zeitpunkt ernten. Die Moste zeigen jetzt schon ihr wunderbares Potenzial, welches uns mit Bezug auf das Endprodukt träumen lässt. An dieser Stelle ein herzliches Dankschön an unser ganzes Team, ohne dessen grossartigem Einsatz dies alles nicht möglich gewesen wäre.

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